Laufende Dissertationen:

Chaker, Samia home mail

Klinische Spezifität dysfunktionaler habitueller Aufmerksamkeitsprozesse bei der Erythrophobie und ihre Veränderbarkeit

Die Erythrophobie (Errötungsangst) ist ein Syndrom im Rahmen der Sozialen Phobie. Betroffene unterscheiden sich von anderen Sozialphobikern dadurch, dass sie speziell aufgrund ihres Errötens Zurückweisung erwarten und ihre Aufmerksamkeit eingeengt auf das Erröten richten. Diese Aufmerksamkeitsfokussierung wurde bisher lediglich mit Selbstbeurteilungsinstrumenten untersucht (siehe Chaker & Hoyer, 2007). Es fehlen objektive Daten zu Aufmerksamkeitsverzerrungen und longitudinale Daten zu ihrer Modifizierbarkeit durch Therapie und Training. In der Errötungsangststudie soll die klinische Spezifität dysfunktionaler Aufmerksamkeitsprozesse nicht nur mit Q- Daten, sondern auch mit T- Daten (Stroop-Test, Task-Switching Paradigma) bei Patienten mit Erythrophobie, Patienten mit Sozialer Phobie ohne Erythrophobie sowie gesunden Probanden untersucht werden. Außerdem soll geprüft werden, ob die Aufmerksamkeitsverzerrungen veränderbar sind und ob ein spezifisches Aufmerksamkeitstraining sie besonders effizient verringert. Dazu werden 60 Betroffene in einer speziell entwickelten Wochenendtherapie behandelt (Vorstudie: Chaker, Hofmann & Hoyer, 2009). Die beiden modularen Therapieelemente „Aufmerksamkeitstraining“ und „Kognitive Therapie“ werden in einem randomisierten Component-Control-Design mit Wartekontrollbedingung eingesetzt.

Voraussichtliche Abgabe der Arbeit: Juli 2011


2. Bräuer, David home mail

Einfluss genetischer Variation auf den Erfolg der kognitiven Verhaltenstherapie bei der Sozialen Phobie

Betreuer
Stand
Kooperation
Finanzierung
Prof. Dr. J. Hoyer ; Prof. Dr. A. Strobel, Prof. Dr. C. Kirschbaum
Datenerhebung
Differentielle Psychologie TU Dresden, Inst. f. Biopsychologie
DFG / BMBF

Soziale Phobie wird der Gruppe der Angststörungen zugeordnet und unterliegt nach Heritabilitätsschätzungen moderaten genetischen Einflüssen. Im Vergleich zu anderen psychischen Störungen mit höheren Vererbungsraten (u.a. Schizophrenie, Depression) hat die Soziale Phobie bis dato vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit in molekulargenetischen Studien erfahren. In einer RCT-Studie sollen mögliche genetische Einflussfaktoren :- unter einer standardisierten sozialen Stresssituation (Trierer Sozial Stress Test, TSST) und einer manualisierten Psychotherapie- auf subjektive und psychoneuroendokrinologische Reaktionsparameter bei Patienten mit Sozialer Phobie systematisch untersucht werden. Dabei sollen (a) Assoziationen von genetischen (prädisponierenden)Polymorphismen auf die chronischen (traits) und akuten Reaktionen (states, neuroendokrinolog. Parameter) der Untersuchungsteilnehmer im TSST untersucht werden. Zudem sollen (b) genetische Einflüsse (i. S. von Plastizitätsgenen) auf den Erfolg der Therapie untersucht werden. Ziel ist die Untersuchung von möglichen Subgruppen innerhalb des Störungsbildes der Sozialen Phobie, die sich aufgrund genetischer Einflussfaktoren in der Plastizität gegenüber "neuen" Umwelteinflüssen (Therapie) unterscheiden.

Social phobia belongs to the group of anxiety disorders with moderate estimates of heritability. In contrast to other disorders with higher heritability rates (e.g. schizophrenia or depression) social phobia has so far received comparably little attention in molecular genetic research. In the current RCT-study potential genetic factors on subjective and psychoneuroendocrinologic response parameters in a standardized social stress situation (Tier Social Stress Test) of patients with social phobia diagnoses will be investigated. Associations of genetic (predisposing) polymorphisms on chronic (traits) and acute (states) responses towards the TSST and genetic influences on the success of therapy (plasticity genes) will be examined. On major goal is the identification of potential subgroups within the social phobic spectrum, which might differ in their plasticity towards "new" environmental influences (such as therapy).

Voraussichtliche Abgabe der Arbeit: Ende 2012


3. Uhmann, Stefan home mail

Prospektives Gedächtnis bei Depression - Wie unspezifische Intentionen die Zielrerreichungen verhindern und Depression fördern

Depressive Patienten geben im Unterschied zu Gesunden Gedächtnisinhalte eher abstrakt und unspezifisch wieder. Diese Übergeneralisierung gilt als empirisch bestätigt für das autobiographische Gedächtnis. Jüngere Studien legen nahe, dass dieser Bias auch prospektive Gedächtnisinhalte, also die Repräsentationen zukünftiger Ereignisse betrifft. Dazu zählen unter anderem die eigenen Ziele, Intentionen und Pläne. Dass unspezifisch formulierte Intentionen in weitaus geringerem Maße realisiert werden als spezifische, wird in der Literatur konsistent berichtet. Einigkeit herrscht auch darüber, dass unspezifisch formulierte Intentionen die zur Verfügung stehende Gedächtniskapazität für andere (spezifische) Intentionen reduzieren. Damit stehen unspezifische Inhalte des prospektiven Gedächtnis’ im Verdacht die Realisierung von Intentionen zu unterminieren und damit zur depressiven Spirale aus erschöpftem positivem Affekt, fehlender Motivation und einem Mangel an positiver Verstärkung beizutragen.
Bei Patienten mit depressiven Störungen ist bisher unklar, wie Übergeneralisierung entsteht und welche Folgen sie hat. Im Projekt sollen daher akut depressive und remittierte Patienten mit Gesunden verglichen werden. Es soll überprüft werden, ob sich a) Übergeneralisierung im prospektiven Gedächtnis bei remittieren Patienten und Gesunden durch die Induktion negativen Affekts auslösen lässt, b) ob es einen Zusammenhang zwischen der Selbstrelevanz des intendierten Ziels und der Spezifität, mit dem die zugehörige Intention formuliert wird, gibt und c) wird der Frage nachgegangen, ob Ziel- und. Durchführungsintentionen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sind.

Prospective Memory in Depression – How unspecific intentions undermine goal attainment and foster depression.
Patients with depressive disorders show a bias in autobiographical memory and reproduce less specific memories than controls. This lack in specificity has been well supported by empirical data and is called overgeneral memory bias. Recent studies suggest that overgenerality can also be found in prospective memory including goals, intentions and plans. While unspecific intentions are less likely to be implemented, they reduce capacity for other (specific) intentions as well. Hence, unspecific intentions are likely to hamper the attainment of goals and to foster the vicious circle of depression by depleting and undermining positive affect, motivation and reinforcement.
So far, it is unclear how unspecific intentions in depressive patients emerge and what their consequences are. The aim of the project is to test depressive and remitted patients and to compare them to healthy controls in order to find out a) if overgenerality can be provoked by negative mood in remitted patients and healthy controls, b) if the overgenerality depends on the degree of self-relevance the intention implicates, and c) if goal and implementation intentions vary in their vulnerability to overgenerality.

Voraussichtliche Abgabe der Arbeit: Ende 2012


4. Jahnke, Sara home mail

Neutralisiert imaginiertes sexuelles Interesse eines Erwachsenen die Empfänglichkeit für kindliche sexuelle Reize bei Kindesmissbrauchern

Phallometrischen Messungen, biografischen Daten und Befragungen zufolge trifft die Diagnose der Pädophilie nur auf einen Teil der Missbrauchstäter zu. Die meisten der aufgrund sexueller Missbrauchsdelikte verurteilten Personen bevorzugen in der Regel sexuelle Beziehungen mit erwachsenen Partnern, welche jedoch häufig unerreichbar erscheinen. Die Vermutung liegt nahe, dass der Missbrauch von Kindern Ergebnis ihrer Suche nach emotionale und sexuellen „Ersatzobjekten“ ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die sexuelle Empfänglichkeit für kindliche Reize sinkt, sobald sich dem Proband die Möglichkeit bietet, eine Beziehung mit einer für ihn interessanten Frau zu beginnen. In meiner Dissertation möchte ich der Frage nachgehen, ob die Manipulation des Mindsets des Probanden durch die intensive Imagination, dass eine Frau sein Interesse erwidert (reciprocal liking), dazu führt, dass der für Missbrauchstäter typische Reaktionsbias für kindliche Reize geringer wird. Dabei soll neben bereits etablierten Verfahren der Messung pädophiler Interessen wie Fragebögen und aufmerksamkeitsbasierten Verfahren wie dem choice reaction time Paradigma erstmals der approach avoidance task (AAT) zum Einsatz kommen. Bei dem AAT handelt es sich um ein Maß der Annäherungs- und Vermeidungsreaktion kindlicher und erwachsener Reize

Can reciprocal liking of an adult romantic partner neutralize child sex offender’s sexual interest in children?
Phallometric assessments, biographic and self-reported data indicate that not all incarcerated child sex offenders fulfill the diagnostic criteria for pedophilia. Contrary to popular belief, most child sex offenders prefer sexual relationships with adult partners. However, from the offender’s perspective, adults as socially accepted sources of sexual gratification often seem unavailable or out of reach. Thus, it is reasonable to assume that child molestation occurs because offenders substitute their preferred sexual partners with children. Conversely, this means that a child sex offender’s propensity to respond with sexual arousal to child stimuli declines when the opportunity of a relationship with a woman he finds attractive presents itself. In my thesis I want to test if a mindset manipulation (e.g. the intense imagination that a woman reciprocates his interest) leads to a reduction of the child sex offender's characteristic reaction bias towards child stimuli. In addition to well-established assessment methods of pedophilic interest like questionnaires and attention-based methods like the choice reaction time paradigm we plan to introduce the approach avoidance task (AAT) into this field of research. The AAT will be designed to implicitly assess approach and avoidance reactions towards child and adult stimuli.

Voraussichtliche Abgabe der Arbeit: Ende 2014


Frühere Dissertationen: