Institutsambulanz für Forschung und Lehre in Klinischer Psychologie und Psychotherapie
Besucheradresse:
Hohe Straße 53
01187 Dresden
Tel: 0351/463 369 57
Fax: 0351/463 369 55
Direktor: Professor Dr. Hans-Ulrich Wittchen
Leiter: Professor Dr. Jürgen Hoyer
Aufgaben und Ziele
Die Institutsambulanz hat eine zentrale Bedeutung für die Lehr- und Forschungsaufgaben des Instituts. Die Aufgaben
der Ambulanz sind:
- Sicherstellung einer anwendungs- und praxisorientierten Ausbildung und Lehre im Diplom-Studiengang und dem
Schwerpunktfach Klinische Psychologie
- Sicherstellung des Patientenzugangs für Ausbildungskandidaten im Aufbaustudium „Psychologischer Psychotherapeut“
gemäß Psychotherapeutengesetz (PTG)
- Sicherstellung eines optimalen Patientenzugangs für die Durchführung klinischer Forschungsprojekte
- Bereitstellung eines hinreichend umfassenden und auf höchster Qualitätsstufe stehenden therapeutischen Versorgungsangebots
mit den jeweils aktuellsten und besten therapeutischen Interventionen
- Erprobung neuer und Verbesserung bestehender Interventionen, Strategien und Versorgungsmodelle mittels kontrollierter
Therapie- und Evaluationsstudien
- Sicherstellung einer optimalen Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter des Instituts auf der Grundlage des Scientist-
practitioner-Modells.
Die Institutsambulanz wurde im Jahre 1999 gegründet.
Zur Optimierung der Struktur wurde 2001 der kassenärztliche Anteil der Institutsambulanz für
Forschung und Lehre sowie die Ausbildungsambulanz für Kandidaten des Aufbaustudiums in einer neuen privatrechtlichen
Organisation, der IAP-TU Dresden GmbH (Institutsambulanz und Tagesklinik für Psychologie der Technischen Universität
Dresden) zusammengefasst.
Wer und welche Störungen werden behandelt?
Die Ambulanz und Tagesklinik bietet umfassende diagnostische und psychotherapeutische Hilfe bei allen Formen psychischer
Störungen mit Krankheitswert in allen Altersgruppen, Kinder ab dem 16. Lebensjahr. Sie unterhält
Spezialangebote, unter anderem für folgende Störungen, auch bei komorbiden und chronifizierten Krankheitsverläufen:
- Angststörungen (insbesondere Generalisierte Angststörungen, Panikstörungen und Agoraphobie, Soziale Phobien)
- Akute und Posttraumatische Belastungsstörungen und Krisen
- Depressionen und Anpassungsstörungen
- Somatoforme- und Schlafstörungen
- Suchtprobleme (Nikotinabhängigkeit, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Cannabisabhängigkeit)
- Essstörungen.
Die Therapiekosten werden von den Gesetzlichen und den Privat-Krankenkassen übernommen.
Wie wird behandelt?
Das Grundprinzip der Ambulanz und Tagesklinik ist, aufgrund einer besonders sorgfältigen Differentialdiagnose und oft
aufwendigen ersten Problemanalyse zu einer optimalen Therapiemethoden-Auswahl zu kommen. Dazu gehört auch eine Empfehlung zur bestmöglich
abgestimmten Zeitdauer und Dichte der Therapie. Alle Patienten werden grundsätzlich zu Beginn des
Kontakts mittels einer standardisierten und z.T. computerisierten klassifikatorischen und klinisch-therapeutischen
Erstdiagnostik untersucht. Auf deren Grundlage treffen die behandelnden Therapeuten Entscheidungen über die angezeigten
therapeutischen Interventionen. Dabei ist es ein Charakteristikum, dass wir als Kompetenzzentrum für
Differentialdiagnostik häufig auch Patienten an andere Einrichtungen weitervermitteln.
Ein zentrales Ziel der Forschungs- und Lehrambulanz liegt in der wissenschaftlich begleiteten Optimierung und Weiterentwicklung
psychotherapeutischer Verfahren. Dabei werden sowohl inhaltliche Verbesserungen störungsspezifischer
Therapieverfahren wie auch innovative, strukturell neue Versorgungsmodelle (z.B. hinsichtlich Anzahl und Dauer der
Therapie-Sitzungen) konsequent verfolgt. Schwerpunktmäßig kommen je nach Indikation Methoden der Kognitiven
Verhaltenstherapie und insbesondere Expositionsverfahren zur Anwendung. Behandelt wird je nach Problemlage in
Einzel- und Gruppentherapie, wenn notwendig werden Bezugspersonen mit einbezogen.
Das Behandlungskonzept der Ambulanz und Tagesklinik stellt wissenschaftlich begründete gegenwartsbezogene und
problemlösungsorientierte verhaltenstherapeutische Behandlungskonzepte in den Mittelpunkt. Die Therapien werden
in der Regel in Form einer individualisierten Intensivtherapie durchgeführt.
Der bei den meisten psychischen Störungen erforderliche Erwerb neuer und hilfreicher Denk-, Erlebens- oder Verhaltensweisen
sowie Problemlösungsstrategien bedarf oft nicht nur der üblichen Standardtherapie in Form von 1-3maligen einstündigen
Sitzungen pro Woche. Vor allem bei komplizierteren (z. B. komorbiden und chronischen) psychischen
Störungen ist vielmehr häufig eine intensivere Verhaltenstherapie erforderlich. Diese wird in unserer Ambulanz
entweder in Form von mehrstündigen Sitzungen an einem Tag, als intensive Wochenendbehandlungen (z. B. bei
Berufstätigen oder Auswärtigen) oder in Form einer tagklinischen Behandlungskonzeption (ganztägig) angeboten.
Nur so ist es in vielen Fällen möglich, das neue Verhalten (Zielverhalten) so zu etablieren, dass es im Alltag
ständig verfügbar ist und zuverlässig eingesetzt werden kann. Um dies zu erreichen, sind Entschlossenheit, Zeit,
Geduld, Einsatzbereitschaft und Konsequenz auf Seiten der Patienten/innen erforderlich.
Weitere Angebote der Institutsambulanz sind:
- Präventionsprojekte und Präventionsberatung (z.B. der Krankenkassen)
- Psychoedukative Kurse für Betroffene und Angehörige
- Zusammenarbeit mit ärztlichen Therapeuten (medikamentöse Kombinationstherapie)
- Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen
- Differentialdiagnostische Abklärung
- Hilfe bei Vermittlung anderer Psychotherapeuten sowie der Vermittlung in stationäre Behandlungen
- Krisenintervention
- Innovative Konzepte der Raucherentwöhnung
Was ist das Besondere der Institutsambulanz?
Die Ambulanz und Tagesklinik sind universitäre Einrichtungen der "Klinischen Psychologie und Psychotherapie" an der
TU Dresden. Dadurch kann nicht nur organisatorisch ein breiteres Spektrum an Therapieverfahren angeboten werden,
sondern als Forschungseinrichtung können auch neue und neuartige Therapieansätze und Strategien auf dem
aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entwickelt werden. Darüber hinaus wird die Therapiedurchführung
in jedem Einzelfall routinemäßig besonders sorgfältig hinsichtlich der Qualität dokumentiert und wissenschaftlich
begleitet. In einzelnen Indikationsbereichen ist die Therapiedurchführung ferner eng mit der Therapieforschung
verbunden, um zukünftig noch bessere Therapien anbieten zu können.
Die Einrichtung ist darüber hinaus beteiligt an der weiterführenden Ausbildung von Diplompsycholog(Inn)en zum
staatlich anerkannten "Psychologischen Psychotherapeuten". Diese sind nicht nur als so genannte Co-Therapeuten
neben den Bezugstherapeuten an der Behandlung beteiligt, sondern führen in ihrer letzten Ausbildungsphase auch
selbst Behandlungen unter Supervision eines erfahrenen Therapeuten durch. Dadurch befinden sich die Therapieangebote
immer auf dem neuesten Stand der Forschung.
Wer behandelt?
Folgende Mitglieder des Instituts sind als Bezugstherapeuten an der Ambulanz tätig. Bereichstherapeuten sind für
bestimmte Problembereiche und die Spezialambulanzen zuständig:
Hoyer, Jürgen, Prof. Dr. Dipl.- Psych.; Leiter der Institutsambulanz
Jacobi, Corinna, Prof. Dr. Dipl.- Psych.; Leitung der Tagesklinik für Essstörungen
Beesdo-Baum, Katja, Prof. Dr. Dipl.- Psych.; DFG-Projekt Generalisierte Angststörung
Bensmann, Thekla, Dipl.- Psych.; Bereichstherapeutin für Posttraumatische Belastungsstörung und affektive Störungen
Einsle, Franziska, Dr. rer. medic. Dipl.- Psych.; Bereichstherapeut für Panikstörungen, Agoraphobie und Konfrontationsbehandlung
Fröhlich, Christine, Dipl.- Psych.; Panikambulanz/Panikstudie
Heidrich, Sabrina, Dipl.- Psych.; Bereichstherapeutin für Depression
Jacobi, Frank, Prof. Dr. Dipl.- Psych.; Bereichstherapeut für Diagnostik, Indikation, Evaluation und Dokumentation
Kullmann, Jana, Dipl.- Psych.; Bereichstherapeutin für Essstörungen
Pixa, Anja, Dipl.- Psych.; Projekt „Cannabisstörungen“, Bereichstherapeutin für suchtspezifische Therapien
Schönfeld, Sabine, Dr. Dipl.- Psych.; Bereichstherapeutin für Angsterkrankungen und traumatisierte Patienten
Schuster, Katrin, Dipl.- Psych.; Leiterin der Tagesklinik für Essstörungen
Westphal, Dorte, Dipl.- Psych.; Projekt "Optimierte Behandlung der Agoraphobie"
|
Tagklinische Interventionen:
Die Tagesklinik ist ein innovatives Konzept, das bislang mit zwei Ziel- und Störungsgruppen verfolgt wird:
- Angststörungen: Viele Angststörungen sowie Posttraumatische Belastungsstörungen erfordern häufig eine intensivere
Intervention über viele Stunden hinweg mittels so genannter Konfrontationsverfahren. Diese Verfahren lassen
sich in der Regel nicht hinreichend Erfolg versprechend mit der traditionelen ambulanten Verhaltenstherapie
(im Mittel zwei 50-Minuten Therapiestunden pro Woche) umsetzen. Deshalb bietet die Institutsambulanz für solche
Patienten auch ein tagklinisches Modell an, dass ermöglicht, auch über mehrere Tage hinweg Patienten intensiv
zu betreuen. Dieses Angebot steht auch externen Patienten offen, die für den Zeitraum ihrer Therapie in einem
in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Hotel untergebracht werden können.
-
Essstörungen (Anorexia und Bulimia nervosa) sind außerordentlich schwerwiegende und ohne Therapie häufig
dramatisch verlaufende Störungen (hohe Mortalität), die sich zumeist in der frühen Adoleszenz entwickeln; zudem
sind sie nicht nur mit lebenslangen medizinischen Folgeerkrankungen assoziiert, sondern in der Regel mit massiven
Problemen im familiären Umfeld verbunden, die beiderseits für Patient(in) und Familienmitglieder äußerst
belastend und pathogen sein können. Deshalb sind häufig ambulante Therapiestrategien nur begrenzt wirksam, da
mittels vereinzelter ambulanter Sitzungen nicht hinreichend stabile Verbesserungen erreichbar sind. Das tagesklinische
Konzept soll demgegenüber den betroffenen Patienten und Patientinnen erlauben, über mehrere Wochen
intensiv mit übenden Verfahren zu arbeiten. Daher werden sowohl einzeln als auch gemeinsam mit den Familienmitgliedern
neue und Erfolg versprechende Lösungsstrategien entwickelt und erprobt.
Die Tagesklinik in Dresden wurde 2004 im Rahmen der Institutsambulanz und Tagesklinik der TU Dresden/ Institut für
Klinische Psychologie und Psychotherapie nach dem Modell des Max-Planck-Institut für Psychiatrie,
Therapiezentrum für Essstörungen (TCE) etabliert. Auf diese Weise kann auf eine seit über 10 Jahren bestehende
klinische Erfahrung zurückgegriffen werden. Darüber hinaus bestehen bundesweit intensive Kontakte zu den
führenden Einrichtungen in der Behandlung von Essstörungen (z. B. Prof. Dr. Fichter, Prof. Dr. Herpertz-Dahlmann).
Sie bietet in Sachsen ein bislang nicht verfügbares Therapieangebot, insbesondere bei Patienten, die weder zwingend
eine stationär und internistisch überwachte Therapie benötigen, noch hinreichend ambulant betreut werden können.
Wie trete ich in Kontakt?
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, nehmen
Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne oder schicken Ihnen Informationsmaterial
(Adresse etc. s.o.).
Falls Sie sich für unser Therapieangebot
interessieren,
möchten wir Sie bitten, telefonisch einen Termin für ein Erstgespräch
an unserer Anmeldung auszumachen. Bitte beachten Sie, dass die Erstgespräche
wegen der sorgfältigen Anfangsdiagnostik zwei Stunden dauern können.
Ziel des Erstgespräches ist es, sich ein umfassendes Bild über ihre Person zu machen.
Zum Erstgespräch bringen Sie bitte
folgendes mit:
-
ärztliche oder psychotherapeutische Vorbefunde
oder Gutachten
-
Eine Auflistung ihrer gesamten Medikamente + Dosierung, die Sie zur Zeit einnehmen oder die Medikamente selbst, unabhängig
davon, ob es sich um Psychopharmaka handelt oder nicht,
-
und Ihre Krankenkassenchipkarte sowie den Überweisungsschein vom Hausarzt.
Die Anmeldung der Institutsambulanz erreichen Sie unter folgender Telefonnummer: 0351 - 463 36957
Hilfreiche Tipps und Ratgeber für
Betroffene:
Folgende Literaturliste soll Betroffenen
oder deren Angehörigen Informationen zu psychischen Störungen
und deren Therapie bereitstellen:
- Barnow, S., Freyberger, H.J., Fischer,
W. & Linden, M. (Hrsg.)(2003): Von Angst bis Zwang: Formen, Ursachen und
Behandlung psychischer Störungen. Huber Verlag.
- Brasch , C. & Richberg, I.-M.: Panikattacken
– Angst ohne Grund ? Ursachen, Therapie, praktische Tipps zur Selbsthilfe.
Mosaik Verlag.
- Fehm, L. & Wittchen, H.-U. (2004): Wenn Schüchternheit krank macht:
Ein Selbsthilfeprogramm zur Bewältigung Sozialer Phobie. Göttingen: Hogrefe.
- Hoyer, J., Beesdo, K. & Becker, E. (2007): Ratgeber Generalisierte Angststörung. Göttingen: Hogrefe
- Lamertz, C., Wittchen, H.-U., Stolz, W.,
Wittchen, K. (1998): PMS – Probleme vor der Regel. Das Prämenstruelle Syndrom
erkennen, behandeln, überwinden. Mosaik Verlag.
- Schindler, L, Revenstorf, D. & Hahlweg,
K.: Partnerschaftsprobleme. Springer Verlag.
- Trenkwalder, C., Wittchen, H.-U. (1999): Parkinson.
Die Krankheit verstehen und bewältigen. Mosaik Verlag.
- Wittchen, H.-U.: Wenn Traurigkeit krank
macht. Depressionen erkennen, behandeln, überwinden. Mosaik Verlag.
- Wittchen, H.-U. (1998): Das große Handbuch
der seelischen Gesundheit. Quadriga Verlag (2.Auflage).
- Wittchen, H.-U. (1997): Wenn Angst krank macht
– Störungen erkennen, verstehen und behandeln. Mosaik Verlag.
-
Wittchen, H.-U., Beloch, E, & Garczynski,
E. (1997): Ratgeber: Soziale Phobie. Wege aus der Sozialen Phobie. Pharma
Roche.
- Wittchen, H.-U., Benkert, O., Boerner,
R., Gülsdorff, B., Philipp, M., Szegedi, A. (1997): Panik Ratgeber. Was Sie
schon immer über die Behandlung von Panikstörungen wissen wollten.
Karger Verlag.
- Wittchen, H.-U., Hoyer, J., Jacobi, F., & Schuster, P. (2002):
Generalisierte Angst. Ihr Therapie-Ratgeber. Münster: Wyeth Pharma.
|